Newcomer ...

 

Adas - Gezeiten (19.11.2007)

Unsere Newcomer des Monats sind die 5 bayrischen Mädels mit dem mystischen Bandnamen Adas erschienen. Adas ist spanisch und bedeutet Fee und genauso feenhaft ist auch die Musik.
"Gezeiten" heißt ihr Album und wurde von dem ehemaligen Schandmaul und Faun Mitglied Hubsi Widmann produziert.
Nicht nur textlich haben die Mädels einiges zu bieten, denn sie trällern Texte von Shakespeare und Walther von der Vogelweide, die es wohl selbst nicht besser hätten zum Ausdruck bringen können, nein, es scheint so als hätten sie mit diesem Album ein Medley an Sprachen zusammengestellt. Es befinden sich althochdeutsche, spanische, galizische, schottische und irische Stücke auf der Platte. Genauso abwechslungsreich ist auch ihre Instrumentenwahl und somit brauchen sie sich auch als eine der wenigen Frauenbands im Mittelalter-Folk-bereich nicht vor ihren männlichen Kollegen zu verstecken.
Das komplette Album ist dem Thema Wasser gewidmet und werden somit von der Presse liebevoll als Meerjungfrauen oder Sirenen betitelt.
Wenn ihr eine Platte sucht bei der ihr einfach mal relaxen könnt und euch fallen lassen möchtet - mitträumen und in Gedanken in die besungenen fernen Zeiten abtauchen wollt - solltet ihr euch diese Platte unbedingt zulegen.
Ihr hört nun ihren allerersten Song Lullaby - das Schlaflied der Elfen aus Shakespears Sommernachtstraum ...

Tanja
 

Adas


 
 

Scar Symmetry – Blackline (18.12.2006)

Für mich die Überraschung des Jahres: Death Metal mit Melodic Metal gemischt, vom feinsten, aus Schweden, mit einem Wort: "Scar Symmetry". Die Neuentdeckung 2006 - jedenfalls für mich. Und deswegen gibt es "Scar Symmetry" auf die Ohren und zwar meinen Lieblingssong "The Illusionist".

Mareike
 

Scar Symmetry


 
 

Enemy natioN – Blackline (17.01.2005)

Die Geschichte von Enemy natioN begann bereits im Jahre 1999, als das Projekt - zuerst noch unter anderem Namen - von Thomas Rumpelt gegründet wurde.

Die Band sagt selbst über sich:
"In der Musikrichtung wollen wir uns nicht festlegen. Jeder unserer Hörer soll für sich selbst entscheiden ob es sich um EBM oder Synthie-Pop oder gar Future-Pop handelt."

Nun ja … Soviel zu den vielziterten und auch vielgehassten Schubladen …
Meiner Meinung nach präsentieren Euch Enemy natioN auf der aktuellen Veröffentlichung "Blackline" eine gelungene Mischung aus EBM, Future & Synthie Pop.

Es sind kaum Außreißer dabei; lediglich „Can You Tell Me“ kann mich gesangstechnisch überhaupt nicht überzeugen und hätte meiner Meinung nach besser nicht den Weg auf dieses sonst sehr abwechslungsreiches Album gefunden.
Doch  bereits der Opener „We Watch The Start“ geht in die Beine und schielt dabei auf die Tanzfläche.
Es ist wirklich alles dabei! So bist der Titelsong „Blackline“ ein klassisches Synth-Pop-Stück, „Querfraktur“ eher minimalistisch, z. T im Stile der 80er gehalten ist.
„Dialog / Prozess“ hingegen ist etwas härter und geht zeitweilig etwas industrialmäßig ab.

Insgesamt betrachtet ist das Album instrumental sehr extrem vielschichtige und trotzdem technisch ausgereift, mit Musik die so abwechslungsreich ist, daß sie sowohl zum Tanzen, als auch zum Träumen einladen kann und für einen Newcomer erstaunlich gut produziert ist.

Wer mehr über diesen empfehlenswerten Newcomer erfahren möchte, möge auf deren Homepage www.enemynation.de vorbeischauen.
Aber auch ein Klick auf MP3.de lohnt sich. Denn dort stehen – ganz legal – einige Songs der Newcomer zum Download bereit.

Armando
 

Enemy natioN


 
 

Occculture - Corte X (15.11.2004)

Mit Occcultre aus Frankfurt am Main stellen wir Euch dieses Mal einen Newcomer mit elektronischer Prägung vor. Seit Februar 2002 sind Lena und Daniel bereits mit dieser Band aktiv. Nach ihrer selbst produzierten und –vertriebenen Demo EP „Fallen Angel“ aus dem vergangenen Jahr, liegt uns nun die Promo zu Ihrem Debüt „corteX“ vor,  welches bei Celtic Circle Productions erscheinen soll.
Im Pressetext ist von einer interessanten Mellange aus Industrial und Darkwave die Rede.  Das kann ich lediglich z. T. bestätigen, denn nicht alle fünf Tracks können mich begeistern.
Während der Opener „Xenophobia“ EBM-like und mit Lena’s verzerrter Stimme noch auf den Dance Floor lockt und unter dem Strich zu begeistern weiß, empfinde ich den darauf folgenden und ruhigen Track  „Haunted“ als nichts sagend und langweilig. Mit ein wenig gutem Willen kann es allenfalls als sphärisch spezifiziert werden und stellt nicht viel mehr als eine Mischung aus Synthpop und langsameren EBM dar.
Auch „Scars“ beginnt ruhiger um im späteren Verlauf härter zu werden. Jedoch überzeugt mich hier Lena’s Sangeskunst nicht und das Stück schafft es in meinen Augen nicht den dringend benötigten Stimmungsbogen aufzubauen.
Bei „Killing Fields“ handelt es sich – entgegen meiner Vermutung – nicht um ein Remix des Funker Vogt Klassikers, sondern vielmehr ein industrial- und damit härter angehauchtes Stück, wobei es insg. trotzdem zu lahm und damit langweilig wirkt
Der letzte Track „Evil Is Here“ beginnt mit Kindergesang, bzw. einem Kinderspruch um danach mit EBM Rhythmen Richtung Tanzfläche zu treiben. Klasse gemacht!
Leider verliert dieser Song im langatmigen Refrain seine Spannung und kann so den einmal aufgebauten Bogen nicht halten. Schade …
In meinen Augen eine Band mit Potential, der allerdings noch eine klare Struktur fehlt und damit auf Dauer leider eher langweilt als begeistert.
Infos zur Band findet Ihr auf
www.occculture.com und um Euch ein Eindruck zu verschaffen hört Ihr nun „Xenophobia“.

Armando
 

Occulture


 
 

Furiosa Curiosa - Momentum (18.10.2004)

Als ich die uns hier vorliegende Promo aus unserem Fach fischte und auspackte war ich zugegebenermaßen "etwas" irritiert …
Dem Umschlag entnahm ich „etwas“ Schweres - 758 Gramm, wie uns Curio in seiner später zugesandten E-Mail aufklärte …

Die Vorstellung in besagter E-Mail lässt einigen Interpretationsspielraum:
          - mein Name ist Curio..............
          - meine Musik ist Furiosa Curiosa..............
          - mein Interesse gilt einer Vorstellung meiner Musik bei euch........
          - mein Feind ist die Zeit..........
          - meine Freunde sind alle die mir helfen.............

Furiosa Curiosa heißt offenbar das Projekt und Momentum das uns vorliegende Werk.
Zwei Audio-CDs mit jeweils fünf, bzw. sechs Track - mit einer Länge weitestgehend jenseits aller Radiotauglichkeit (insg. 146 Minuten!) - sowie einer Mini-CD mit 2 Videos von insg. 15 Minuten ein 31-seitiges, 4-farbiges Booklet mit Texten, Illustrationen und Informationen gehören zum Arrangement.
All das ist verpackt in einer Schutzhülle aus gerostetem u. gepöckeltem Stahl die mit Wildleder gebunden ist. Alleine das Leergewicht dieser „Hülle" liegt bereits bei 735 Gramm!

Die Wirkungsweise beschreibt Curio - dem Menschen hinter diesem Projekt - als Antibakteriell und reizfördernd und als Dosierung empfiehlt er 1 x täglich bei hoher Lautstärke. Als Nebenwirkungen werden angegeben: Es kann gelegentlich unmittelbar nach der Anwendung zu Gänsehaut führen. In Einzelfällen wurde über eine Erweiterung der Pupille berichtet. Bei einer Reizüberflutung ist zur normalen 87 g CD zu wechseln.

Musikalisch ist dieses Gesamtkunstwerk nur schwer zu fassen. Am ehesten lässt es sich als eine Soundcollage ohne wirkliche Lyrics beschreiben. Es mutet wie die Vertonung eines Hörspiels oder gar eines Filmes an.
Sphärisch, plätschernd, hypnotisch, mitreißend, manchmal treibend und nicht zuletzt experimentell bahnen sich die Klänge den Weg in unsere Ohren - weitestgehend elektronisch, wenn auch nicht ausschließlich.
Wer unbedingt Vergleiche braucht:
Bitteschön - am ehesten erinnern mich das Ganze entfernt an In The Nursery.
Die Videos visualisieren übrigens das, wo die Musik an ihre Grenzen stößt.

Der Kosmopolit Curio hat eine bewegte musikalische wie auch künstlerische Vorgeschichte, die sich durchaus sehen lassen kann.
Momentum ist seine erste in Eigenregie und im eigenen Studio produzierte Veröffentlichung.

Sie ist sicher keine Tanzflächenknaller, aber sei jedem wärmstens ans Herz gelegt, der bereit ist sich auch eine musikalische Reise zu begeben und überraschen zu lassen!

Kleine Anmerkung am Rande:
Trotz der nur f¨nf im Booklet aufgeführten Track habe ich auch der CD sechs Titel entdeckt.
Ein Versehen oder doch Absicht?
Genau weiß ich es nicht, aber bei diesem skurrilem Werk kann ich Letzteres definitiv nicht ausschließen.

Mein lieber Curio: Eine gelungene Selbstinszenierung!

Zum Abschluß der Hinweis auf die immer interessanter werdende Homepage: www.furiosa-curiosa.de

Armando
 

Furiosa Curiosa
 
 

Individualdistanz (19.04.20074)

Einigen von Euch mag der Begriff der Individual-Distanz von dem Besuch einer Hundeschule her bekannt vorkommen, beschreibt er doch den, von der Reizlage des Hundes abhängigen Abstand, bei dessen Überwindung er langsam beginnen sollte unangenehm zu werden. Nun geht es aber bei unserem heutigen Newcomer nicht gerade um des Menschen liebsten Speichelverteiler. Im weitesten Sinne vielleicht um den Zustand der Verzweiflung, wenn eben dieser Abstand des Menschen all zu oft überwunden wird, von dem, was einen umgibt... nehme ich mal an. Diesen Eindruck erwecken bei mir zumindest die Texte, welche von Trauer, dem sinnentleerten Dasein, dem Auseinanderriss des eigenen Ichs und, wie es sich gehört, auch von ein bisschen Hoffnung erzählen.
Dies alles verfrachten die beiden Pfälzer Jürgen Frey und Frank Roth in einen einheitlichen Guss elektronischer Musik im modernen Stil. Wechselnd zwischen balladenartigen Anwandlungen und tanzbarem EBM-Gehämmer, dem beliebtem Gewisper und klangvollem Gesang, erhascht man kleine, zierende Elemente wie Glockenspiel und Kirchenorgel, welche den deutlich atomsphärischen Charakter der aktuellen CD unterstreichen. Die Machart ist zweifellos professionell und um dem Schreckgespenst des Kommerzes düster funkelnd den Rücken zu zukehren bieten die Beiden dieses äußerst feine Stück Plastik aus eigener Handmache zum Selbstkostenpreis auf Ihrer Homepage an.
Alles in Allem eine sehr viel versprechende Perspektive auf künftigen Düster-Elektro aus Frankenthal. Haltet also mal auf unserer HP nach dem Link Ausschau und setzt die Nennweite des Gehörgangs auf Durchzug für die INDIVIDUALDISTANZ mit „From Live Nothing I Receive“.

Daniel
 

Individualdistanz


 
 

Asterius (17.11.2003)

Die Regionen von Albumklassikern wie “Gothic” oder “Shades Of God” der Gothic Metal Götter Paradise Lost erreichen die Newcomer Asterius mit ihrer Debüt-Scheibe “A Moment Of Singularity” zwar noch nicht, aber sie sind auf dem besten Wege und zugegebener Maßen schon ganz schön nahe dran. Neun Tracks lang gediegener Gothenmetal mal im Midtempo mal mit etwas mehr Speed, immer im Wechsel mit melodischen und gegrowlten Gesangseinlagen garniert. Hier und da ein paar experimentelle Einflüsse dazugepackt und fertig war das Werk. Fein, fein... nur ist es hier und da leider etwas zu viel der technischen Raffinessen, besonders der Einsatz des blechernen Stimmverzerrers und unpassender Sprachsamples stören das harmonische Gesamtbild etwas. Was im Fall des Paradise Lost Klassikers „Forever Failure“ geklappt hat, geht hier gekonnt in die geschnürte Lederhose. Aber über diese kleinen Schönheitsfehler sehen wir ebenso gekonnt hinweg und stellen fest, dass der Rest so richtig rockt. Für ein Erstlingswerk schon eine beachtliche Leistung sollte man meinen, doch bei genaueren Recherchen stellte sich heraus, dass die fünf bösen Buben aus süddeutschen Landen schon einiges an musikalischer Vorkenntnis mit in dieses neue Projekt bringen konnten. Na da haben wir doch die Erklärung für derart ausgereifte Arrangements und die beeindruckende Vielfalt an kompositorischen Ideen. Nebenbei sind die Herren auch schon gebrannte Kinder was die Unannehmlichkeiten anbelangt, auf dem steinigen und beschwerlichen weg zu einem Plattenvertrag. Der Wind wütet kalt und erbahmungslos, aber mit diesem Silberling sind die Herren von Asterius bestens gerüstet für den Nahkampf an der Hartmetallischen Front. Es war mir ein Vergnügen.

Mareike
 

Asterius


 
 

Gottesfinsternis (15.09.2003)

"Wir sind ...
... das freie Kunst- und Musikprojekt Gottesfinsternis. Unsere Tätigkeit besteht zum größten Teil aus dem Erarbeiten von klanglichen Bildnissen denen die Erfahrungen und Eindrücke aus unserem Leben in dieser Welt zu Grunde liegen."

So jedenfalls beschreiben die beiden jungen Künstler Toms Aries und Daniel Snowwise selbst Ihr Projekt ...
Doch was ist genau darunter zu verstehen?

Zum Bandnamen sei vorausgeschickt, daß es sich im Eigentlichen um einen theologischen Begriff handelt, der in Verbindung mit der christlichen und der jüdischen Mythologie anzutreffen ist. Die "Gottesfinsternis" oder auch "Gottesferne" beschreibt das Abwenden Gottes von den Menschen.
Der Name ist Programm? Wir werden sehen ...

Wir haben den Erstling dieser Formation, mit Titel "Werbemuster V4.1", vorliegen und uns näher damit beschäftigt.

Das Artwort ist für eine Eigenproduktion sehr professionel gestaltet und hinterläßt einen sehr positiven Eindruck. Wir ziehen den Hut vor solch einem professionellem Design!
Aber auch die Homepage ist mehr als empfehlenswert: Sie hält, was das Demo verspricht, ist schlicht, aber sehr ansprechend designt und enthält neben den obligatiorischen Hörproben sämtliche wichtigen Informationen, die eine virtuelle Visitenkarte enthalten sollte.

In Ihren Songs verwendet das Duo ausschließlich deutsche Texte, die sich mit " ... rein subjektiven Darstellungen und Auszügen ihrer gedanklichen und emotionalen Welt beschäftigen ... ".
Sehr verworrene Welten müssen es wohl sein, wenn man sich die Mühe macht, sich die Lyrics zu Gemüte zu führen und zwischen den Zeilen zu lesen ...

Die Band sagt: "Unsere Musik lässt sich nur sehr schwer klassifizieren, wenn dies überhaupt möglich ist."
Und da gebe ich ihnen uneingeschränkt Recht!
Die Rhythmen bewegen sich in Bereichen zwischen Electro, Dark-Wave und Industrial, aber man finden dort auch Rock-, und Klassik-Elemente.
Ungewöhnliche Klangkreation, die aber seltsam vertaut wirken ...
Kling widersprüchlich?
Ist es vielleicht auch ...
Aber gerade das fasziniert an dieser Band und hebt sie von der Masse ab.
Ob der geneigte Hörer dies als negativ oder eher als postiv zu werten mag, sei ihm überlassen ...

Wer sich intersiver mit dieser Band beschäftigt, wird feststellen, daß dieses Projekt Substanz hat und alles andere als eine weitere Elektro-Eintagsfliege ist.

Wir können nur hoffen, daß sie sich in der immer seichter werdenden Musiklandschaft durchsetzten kann und drücken ihnen hierfür fest die Daumen. Ein Farbtupfer wäre durchaus wünschenswert ...

Informieren könnt Ihr Euch über diese Ausnahmeprojekt unter www.gottesfinsternis.com.

Doch jetzt gibt es endlich auch etwas für die Ohren: Gottesfinsternis mit Nur Macht ...

Armando
 


 
 

Krux (17.03.2003)

Es gibt kaum einen skandinavischen Musiker, der ein monogames Verhältnis zu selbiger hätte. Wäre ja auch eine geradezu maßlose Verschwendung, ließe er/sie seine/ihre Talente nur einer einzigen Band zu Gute kommen! So frönt auch die Besetzung von Krux der musikalischen Polygamie und zwar mit einem Resultat, das sich wahrlich hören lassen kann.
Die Mannen um Candlemass-Bassist Leif Edling, demonstrieren mit Nachdruck, dass der gute alte Black Metal à la Black Sabbath einfach unkaputtbar ist.
Trotz der Reuninon von Candlemass im vergangenen Jahr, scheint Leif Edling nicht sonderlich ausgelastet zu sein, denn irgendwie fand man noch – wenn auch spärlich – Zeit, ein ganz neues Projekt, nebst Album aus der Taufe zu heben. „Partners in Crime“ waren mit Jörgen Sandström und Peter Stjärnvind von Entombed auch schnell gefunden und nach einigem hin und her bekam das Kind mit „Krux“ auch den passenden Namensstempel.
Auf ihrem Debüt, das man schlicht und ergreifend auch „Krux“ nannte, pfeffern uns die vier Schweden, von Frontmann Mats Levén herrlich schräg und schizophren vorgetragen, ganze 9 Tracks um die Ohren. Die einzelnen Songtitel lassen ein kosmopolitisches Interesse vermuten, mit einer stark ausgeprägten Affinität zum russischsprachigen Raum. Der letzte Track „Lunochod“ teilt sich noch mal in sieben separate Untertitel. Da hätten wir beispielsweise den Song „Space Nation Mother Russia“, „Ural“, „Sputnik“ und „Bring Me The Head Of Nikita Chrusjtjov“. Allein für letzteren Titel sollte man den Jungs einen Orden für Kreativität in punkto Namensfindung zuerkennen. Mit den ersten Titeln „Black Room“ und „Krux“ geht gleich voll zur Sache, denn Zeit ist schließlich Geld und als fleißiger Nordmann vertrödelt man selbige schon gleich gar nicht. Drückvoll, intensiv und pulsierend, diese Attribute kann man getrost für das komplette Album vergeben. Nur hier und dort hat man mal kurz in die Trickkiste gelangt, um sich einige Samples an Land zu ziehen, die Songs wie „Krux“ und „Evel Rifaz“  einen schrägen Unterton verleihen. „Nimis“ präsentiert sich als schaurig düstere Ballade im „Schlurftempo“, während bei „Enigma EZB“, und „Lunochod“ eher die Gitarren dominieren. Mit „Popocatépetl“ hat man sogar einen Earcatcher gebastelt, der problemlos Einzug in die hartmetallischen Clubs halten sollte.
Wer sich für intelligente Musik von durchgeknallten, skandinavischen Workaholics interessiert, sollte keinen Moment zögern, die Barschaft zu zücken.
Was zu hören gibt´s auch noch. Krux nämlich mit „Popocatépetl“.

Mareike
 


 
 

Glassjaw (16.09.2002)

Nach dem geilen Erstlingswerk "Everything You Ever Wanted To Know About Silence" hätte man etwas besseres erwarten können. Wer Glassjaw nicht kennt, dem sei gesagt, dass das außergewöhnliche, sie von den meisten anderen Bands der Metal/Hardcore-Schiene unterscheidende Merkmal, der vordergründige Gesang ist. Frontman Daryl Palumbo stellt so einiges mit seiner Stimme an, von jammern bis aus vollem Halse kreischend ist alles dabei. Doch das Problem bei der Sache ist, dass dies schnell langweilig werden kann - ständiges Jaulen und Kreischen, und dazu eine Musik, die oft etwas zu chaotisch wirkt. Überzeugt haben mich die Songs "Tip Your Bartender" und "Mu Empire" sowie die Ballade "Must Have Run All Day". Etwas ruhiger fällt „Worship And Tribute“ als ihr Debüt aus. Alles in allem muss man sagen – gewöhnungsbedürftige Musik die wenn man Glassjaw nicht kennt
erst nach mehrmaligem Hören gefallen kann.

DJ MAFR - bekannt von den 666-Parties
 

Glassjaw


 
 

New Dawn Foundation (18.03.2002)

New Dawn Foundation, so heisst die gerade geborene finnische Rockformation, die gleich mit ihrem Debüt „So Damn Lost Again“ beste Chancen hat, in der Oberliga der Rockgilde mitzumischen.

Die sechsköpfige Formation um Songschreiber Miika Kuisma präsentiert dem geneigten Publikum ein wirklich solides Rockalbum, mit vielen interessanten Aspekten.
Allem voran sticht einem die prägnante  Stimme des Sängers Mikko Saarela sofort ins Ohr. Zeitweise hatte ich den Eindruck Nick Holmes von Paradise Lost gäbe sich die Ehre. Genauer hingehört zeigte sich allerdings, dass die Stimme des Frontmanns wesentlich ausdifferenzierter und tragender ist, als die von Mr. Holmes.
Nun kann man spekulieren, in wie fern sich die Finnen von den alten und  neuen Paradise Lost inspirieren liessen, fest steht allerdings, dass besonders zweit Songs, sehr dem neueren Stil der englischen Düsterrocker ähneln. „Weak“ erinnert durch seine gelungene Kombination von weichen Keybordteppichen und dominanten Gitarrensequenzen sehr an „Mercy“ und „Face The Sadness“ durch seine härteren Gitarrenriffs an Kracher wie „Say Just Words“ oder „I Am Nothing“.
Eine Kopie sind die sechs Musiker deswegen aber keineswegs. Wie bereits gesagt, hat jeder einzelnen Song seine ganz individuellen Ecken und Kanten und auch die Songtexte, die ebenfalls aus der Feder des Gitarristen Miikka stammen, sind nicht ganz so düster und melancholisch, wie die eines Nick Holmes.
 „Blackened Hearts“ ist der wohl atmosphärischste Song des gesamten Albums und erinnert an die Anfangszeiten der Kollegen von H.I.M. .

Insgesamt bietet „So Damn Lost Again“ eine abwechslungsreiche Mischung aus gefühlvoll langsamen und dann wieder druckvoll vorpreschenden Rocksongs.
Einziger Wehrmutstropfen ist der Backgroundgesang, der leider bei einigen Songs die apart melodiöse Stimme des Sängers etwas zurückdrängt.

Ansonsten gibt es aber rein gar nichts zu beängeln, im Gegenteil, wer gute Rockmusik mag, wird dieses Album lieben. Das schreit doch geradezu nach einer baldigen Fortsetzung. Keep On Rocking Guys!

Mareike
 

www.blackenedhearts.com


 
 

Spiritual Reality (17.12.2001)

Spiritual Reality waren wieder fleißig und wir haben das Ergebnis für Euch unter die Lupe genommen ...

Nun ja ... Zugegebenermaßen ...
Echte Newcomer sind Ulrike Brauße und Thomas Stanzel zwar nicht mehr unbedingt ...
Allerdings ist Ihr Projekt Spiritual Reality noch weitestgehend unbekannt, was sich aber mit der nun vorliegenden E.P. möglicherweise endlich ändern könnte ...

Der Silberling trägt den Namen Amnesia und enthält 8 verschiedene Versionen des gleichnamigen Songs, die von unterschiedlichsten Musikerkollegen wie z. B. Massiv in Mensch oder Spiritual Cramp den persönlichen Stempel aufgedrückt bekommen haben.

Abgesehen vom professionellen Eindruck, den das hochwertige Cover und die nun gepreßte  vorliegende CD bei mir hinterlassen haben, war ich wirklich sehr positiv überrascht, als ich die ersten Klänge vernommen habe ...
Spiritual Reality haben sich wirklich deutlichst weiterentwickelt ...
Bei Amnesia übernimmt hauptsächlich Tom den Gesangspart und wird dabei – abgesehen von der toxic Version - von Ulli im Refrain unterstütz. Das ganze klingt dabei recht harmonisch und ausgeglichen ...
Insgesamt wird dem einen oder anderen beim Einsetzen des Refrains der Song zu langsam oder ruhig vorkommen ... eben nicht 100 % auf Kommerzialität getrimmt ... Was ich übrigens gar nicht schade finde ...
Schon der Original Mix wirkt kommt überzeugend 'rüber, hat ein volles Klangvolumen, allerdings ohne insgesamt überladen zu wirken.
In den übrigen Mixen wird mit den unterschiedlichsten Effekten und Elementen experimentiert, sie runden das Bild noch zusätzlich ab und lassen beim geneigten Elektro-Hörer in meinen Augen kaum Wünsche offen ...
Insgesamt sind die 7 anderen Versionen z. T. sehr kommerziell ausgerichtet und werden daher hier und da wohl die Tanzfläche zum Kochen bringen ...

Leute, Ihr habt Euch musikalisch echt weiterentwickelt! Und das sehr zum Positiven! Ihr seid Echt professionell geworden! Weiter so!

Liebe Hörer ... bildet Euch selbst eine Meinung mit dem Spiritual Cramp Remix von Amnesia

Armando
 

www.spiritual-reality.de


 
 

Plastic - (Kunst) :Stoff (15.10.2001)

Wer den Dark Awakening Sampler schon sein Eigen nennt, dem dürfte „Experience“ von Plastic schon bekannt sein. In einem harten Stil, vergleichbar mit Feindflug, hat der Track schon den Dancefloor zum beben gebracht. Doch die EP (Kunst) :Stoff ist da wesentlich facettenreicher! Der Opener „Lovesong“ geht’s da schon etwas ruhiger an, bleibt dabei aber durchaus tanzbar.
Dem 2. Track „Pray The Base” hat Olli Müller mal seinen Stempel aufgedrückt, der mit Megadump z. Zt. schon für einige Clubkracher verantwortlich ist. Auch hier würde ich sagen hart und tanzbar. Weiter geht’s mit „Fahr Zur Hölle“, komplett mit deutschen Lyrics und eingängigem Sound - gefolgt von „Experience“ mit seinen auch deutschen Sprachsamples wie „es klebten Blut und Fetzen von gelbem Fleisch an seinem Bajonette“ – das wie gesagt, im harten Feindlug Stil.
So, und jetzt wird’s ruhig: „In My Eyes“ wird durch einen unverzerrten Frauengesang von Tina LeDabo unterstützt und bleibt eher was zum Träumen.
Abgeschlossen wird das Werk durch „Das Licht“, auch eher ruhig und über Gott und die Welt, Hoffnung, das Leben, den Tod – das Licht. Was zum Nachdenken...
Ist doch wieder überraschend, wie abwechslungsreich auch moderner Elektro sein kann. Ich hab selten so viele verschiedenen Eindrücke auf einer 6-Track EP erlebt. Deshalb ist es auch schwierig, einen Anspieltip zu geben. Zum Abtanzen tendiere ich mal zu „Pray The Base“, aber man sollte dieses Werk als ganze Sammlung von Eindrücken erleben.
Man darf also gespannt sein, was es von Plastic als nächstes zu hören gibt!

Andreas Bauer - bekannt von den 666-Parties
 


 
 

Crüxshadows - Konzert im kölner Underground vom 25.06.2001 (20.08.2001)

Dass die amerikanische Band Crüxshadows in der Lage sind, eine absolut mitreissende Liveshow auf eine grosse Festivalbühne zu zaubern, davon konnten wir uns unlängst auf dem Zillofestival überzeugen. Wie keine andere Band verstanden sie es, das, angesichts der frühen Stunde eher spärlich erschienene Publikum, schon nach wenigen Minuten in ihren Bann zu ziehen. An ihrer Qualität als Festivalband liessen die vier Amerikaner jedenfalls keine Zweifel aufkommen und nach einem - für beide Seiten - erfreulich entspannten Interview, wurde unser Redaktionsteam kurzerhand zu dem kommenden Gig im Kölner Underground eingeladen.
Gespannt, wie sich die Crüxshadows nun als Clubband präsentieren würden, folgten wir der netten Aufforderung gern und wurden in keinster Weise enttäuscht.
Wie schon auf dem Zillofestival präsentierte uns - vor allem Sänger Rogue - eine absolut kraftvolle, ausdrucksstarke und mitreissende Liveshow. Bei der Gelegenheit konnten wir uns auch aus nächster Nähe von seinem Gesangstalent überzeugen.
Wie ein Tiger im Käfig lief er auf der Bühne auf und ab, um dann unvermittelt ins zahlreich erschienene Publikum zu springen. Dabei rezitierte er Gedichte und suchte fast unablässlich den Kontakt zum völlig faszinierten Publikum. Fast schon hypnotisiert folgten einige Damen seinen Mienenspielen.
In der gut siebzig minütigen Show präsentierte die Formation eine gelungene Auswahl ihres Repertoires, bis hin zu einer Coverversion des Eurythmics Klassikers "Here Comes The Rain Again".
Dem Publikum wurde von der ersten bis zur letzten Minute eine absolut energiegeladene Liveperformance dargeboten, wie ich sie in letzter Zeit nur selten gesehen habe und die nach der fünften Zugabe leider ihr Ende finden musste, da sich Sänger Rogue zu sehr verausgabt hatte.
Daher kann ich nur raten: Seht euch die Crüxshadows unbedingt an, wenn ihr die Chance dazu habt. Diese Band hat Spass an dem, was sie tut und das bringen sie zu 100% rüber.

Mareike
 

The Crüxshadows - Homepage


 
 

Tagismâr    "oder der (Alp-)Traum einmal anders zu sein" (20.05.2001)

Tagismâr  oder wie bringe ich die ewig gestrigen Schubladendenker zum Verzweifeln ....! Nur eine andere, denkbare Titelvariante für das Debütalbum der Dortmunder Formation um Falko Köhler. In diesem Werk trifft fast die gesamte Bandbreite derzeit angesagter oder auch weniger angesagter Musikstile aufeinander. Klingt interessant? Ist es auch, denn es werden ruhige Gothic-Klänge mit harten Elektrobeats konfrontiert, elektronische Drums und druckvolle Gitarrensounds führen eine Art Zwiegespräch, dass oft in einem heftigen Disput endet.
Unverkennbar sind auch die musikalischen und sprachlichen Anleihen aus dem Mittelalter und Barock, bis hin zur klassischen Oper. Letzteres wird besonders durch den männlichen Gesang unterstrichen, der, ähnlich wie im klassischen Vorbild, von einer klaren, lieblichen Frauenstimme unterstützt wird. Die orchestralen Arrangements sind eindrucksvoll und fügen sich ins Gesamtbild ein, ohne zu bombastisch zu wirken. Jeder einzelne Song erzählt eine kleine Geschichte Parallelen zu literarischen Vorbildern sind hier und dort beabsichtigt! Die meisten Stücke beschäftigen sich mit dem inneren Kampf des ichs, dass letzten Endes scheitert und sich selbst zerstört. In der lyrischen Gestaltung treffen romantische Motive auf morbide Schilderungen, der Tod ist eines der tragenden Symbole.
Insgesamt eine gelungene Erstvorstellung der zwei Frauen und drei Männer, die nur ab und an noch ein wenig zögerlich daher kommt und dadurch einiges an Potential ungenutzt lässt da geht also noch was... !
Aber wie immer gilt: Selbst anhören und Urteil bilden. Wünsche allen Interessierten viel Spass dabei. Es ist auf jeden Fall ein Stück Musik jenseits der derzeit gängigen Schubladen.

Mareike
 

www.tagismar.com