Festivalbericht ...
Auch dieses Jahr haben wir uns von Essen aus auf dem Sprung zu Schloß Broich in unsere Nachbarstadt Mülheim gemacht um am vergangenen Wochenende (am 4. & 5. Juni) der 11. Auflage des Castle Rock Festivals beizuwohnen.
Opener des ersten Festivaltags waren The Flaw, ein Quartet aus Dortmund.
Zwar war der Schloßhof noch nicht vollständig gefüllt, aber die Jungs und das Mädel haben mit ihrem teils melancholischen Gitarrensoundeinen guten Festivalstart hingelegt.
Als nächstes eroberten sich die Jungs von Heimataerde die Bühne. Optisch paßten sie zwar optimal zur Location, allerdings hatten sie offenbar eine andere Definition von "Rock" als ich. Ein Highlight war auf jeden Fall ihre spezielle Interpretation von "Herr Mannelig" bei der die Dudelsäcke aus einem seltsamen, schwarzen Kasten kamen ...
Deutlich rockiger wurde es dann mit Megaherz. Man brauchte fast ein einen Eisbrecher um durchs Publikum zu kommen ...
Frontmann Lex kann Alexx zwar nicht ersetzen, ist ihm von der Bühnenpräsenz durchaus dicht auf den Fersen. Gerade bei den älteren Songs wie "Gott Sein" oder "Miststück" ging das Publikum richtig ab - was Megaherz letztendlich Zugaberufe bescherte.
Bei dieser Vorlage konnten es sich die Eisbrecher als freitaglichen Headliner natürlich nicht nehmen die Latte nochmals höher zu legen. Leider konten sie ihr Set erst mit 45-minütiger Verspätung starten, doch Alexx und seine Mannen wußte das Publikum mit ihrer Show dafür mehr als zu entschädigen.
Der zweite Festivaltag startete erwartungsgenäß mit hochsommerlichen Temperaturen und Eden Weint im Grab als Opener. Zum wach werden gab es direkt deftige Gitarrenklänge auf die Ohren. Nur an den holprigen Übergängen, bzw. störenden Pausen sollten die Jungs noch arbeiten.
Die nachfolgende Band Seelenzorn konnten da mit deutlich mehr Professionalität und Bühnenpräsenz aufwarten, konnten mich allerdings auch nicht so richtig überzeugen.
Laut, düster und krachig blieb es auch dann bei den nachfolgenden The Vision Bleak. Die Combo konnte - in Konkurrenz zur knallenden Sonne - dem Publikum richtig einheizen.
Im Anschluß beschallten Krypteria das Publikum mit einer Ladung Posermetal. Und posen kann die Frontfrau Ji-In Cho tatsächlich. Unser lieber Markus hätte sich sicherlich gefreut. Allerdings hat die Show nicht für Zugaberufe gereicht.
Die hamburger Mono.Inc waren die ersten, die richtig abgeräumt habe: Bereits beim Auflauf auf die Bühne wurden sie gefeiert. Dieses hohe Niveau konnten sie im Laufe ihres Sets sogar steigern. Für mich waren sie die ersten heimlichen Headliner dieses Festivals. Sehr geil war übrigens die Unpluggedversion von Iggy Pops "Passenger". Nicht fehlen durfte natürlich auch ihre speziellen Interpreation von D.A.D.s "Sleeping My Day Away".
Diary Of Dreams haben zweifelsohne einige Fans nach Mülheim gelockt - ich hingegen hätte gut und gerne auf sie verzichten können ...
Doch ich muß zugeben: Auf ihre spezielle Art und Weise haben sie durchaus "gerockt" ...
Beeindruckend waren auf jeden Fall die Frauenchöre aus den "Fanblock" zum Refrain von "Traumtänzer".
Als Headliner des zweiten Festivaltags haben Letzte Instanz mal wieder ihren Ruf als einer der geilsten Festivalbands unter Beweis gestellt. Es ist immer wieder ein Genuß den Jungs zuzusehen und zu -hören. Auf jeden Fall war es ein wunderschöner Festivalabschluß.
Mit Regen hatten wir jedenfalls dieses Jahr zwar nicht zu kämpfen, dafür hat sich der einene oder andere Besucher einen Sonnenbrand zugezogen - that's life ...
Auf jeden Fall freuen wir uns jetzt schon auf die 12. Auflage in 2011.