Festivalbericht ...
Samstag ... 30. Juni 2007 ...
Natürlich! Es war wieder Castle-Rock-Festival-Zeit!
... und wir haben es uns selbstverständlich auch dieses Jahr nicht nehmen lassen bei der achten Auflage des - kleinen aber feinen - Festivals dabei zu sein um zu schauen, was unser aller Lieblingsbeamter Michael Bohnes auf die Beine gestellt hat ...
Vorab: Respekt! Und: Danke!
Wofür?
Für das diesjährige Line-Up, was mich auf dem Papier nicht wirklich umgehauen hat, live sich aber als absolut gelungen herausstellte.
Selbstverständlich war Schloß Broich letztendlich doch wieder ausverkauft - nicht zuletzt wegen des absolut modraten Ticket-Preises - und auch der Wettergott zeigte sich - bis auf ein paar kleine Aussetzer - von seiner besten Seite.
Das Programm war wie gewoht schwarzbunt und ich fand, daß es - im Gegensatz zu manch vorangegangenem Jahr - absolut rund war und ich keine einzige Band als überflüssig empfand.
Starten durften die Pussybats. Und getreu ihrem Motto "Sex, Blood and Goth'n'Roll" gaben sie von Anfang an Vollgas!
Vom Sound her zwar nix wirklich Neues, aber sehr erfrischend und straight nach vorne - voll auf die Zwölf!.
Sauber ... dachte ich mir ... mehr davon ...
Und ich bin fest davon überzeugt, daß wir von diesem frechen Quartet - was übrigens noch KEINEN Plattendeal hat (!) - noch einiges hören und sehen werden ...
Mit leichter Verspätung und einigen technischen Problemen - vieleicht ja die Strafe für eine elektronisch geprägte Band auf einem "Rock"-Festival? - stand dann die schweizer Combo Metallspürhunde vor dem Publikum. Meine anfängliche Skepsis - ob diese Band denn zu diesem Festival passe - wich mit Fortscheiten des Gigs Respekt für die solide Show. Denn sie passten prima in das Line-Up. Und das Publikum dankte es mit mit Zugaberufen, denen die Band aber aufgrund des Delays leider nicht nachkommen konnte.
Denn es standen schon Coppelius in den Startlöchern - auch eine mir bis dahin gänzlich unbekannte Band, die es aber schaffte nachhaltigen Eindruck bei mir zu hinterlassen. Ein Fauxpas wie sich herausstellen sollte ...
Denn das Sextett trat mit Zylindern und in Gehrock, bzw. Frack auf die Bühne und ein "Butler" durfte natürlich auch nicht fehlen - während sie in Anlehnung an Apokalyptica ihre weitestgehend klassischen Instrumente "quälten". Saugeile Show! Mindestens so unerwartet wie seinerzeit die blödelden Mönche von Potentia Animi im Jahre 2005.
Entsprechend feierte das Publikum bei der phantasievolle wie auch interessante Inszenierung auch mächtig ab.
Gothminister nahmen anschließend die Herausforderung an und brachten mit ihrem brachialen Electroindustrial nochmals die Stimmung gewaltig zum kochen.
Etwas ruhiger , aber keinesfalls langweiliger wurde es danach mit Leaves' Eyes auf der Bühne. Es war eher die Gelegenheit für das Publikum wieder etwas "'runterzukommen".
Symphatisch und reizend präsentierte sich Liv Kristin im Rahmen ihrer Show und sie ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen sich von ihren Gatten und Atrocity-Frontmann Alex Krull auf der Bühne unterstützen zu lassen.
Ein wenig abgekühlt waren dann die Besucher bereits für die Letzte Instanz ...
Über Rapunzel, Das Stimmlein bis hin zu Wir Sind Allein waren
wurden alte wie auch neue Songs präsentiert.
Saugeil fand ich die Coverversion von Kiss' I Was Made For Loving You - besonders die Texttafeln. Und ich meine nicht speziell den Refrain, sondern den ersten Teil mit "Uuuuuuu uuuuuuuu uuuuuu uuuuuu uuuuu uuuu uuuu" ...
Geile Show, super Stimmung! Energiegeladen und trotzdem beschaulich.
Weiter so Jungs!
Headliner waren Tanzwut und schon beim Start der Show war klar, daß um 22:00 h sicher nicht Schluß sein würde ... Hatte doch im Laufe des Festivals die mülheimer Bürgermeisterin persönlich das Festival beehrt und damit dem feiernden Folk quasi stillschweigend die Erlaubnis für eine "kleine" Überziehung erteilt ...
Erwartungsgemäß wollten alle Spaß und verirrten sich im Labyrinth der Sinne ...
Ein feiner Festivalabschluß ...
Doch nicht für den Abend! Denn DJ Luke J. B. Rafka von Radio Subway ließ im nahegelegenen Handelshof diesen Festivaltag ausklingen und auch der eine oder andere Künstler ward auf der Party gesehen.
Zusammenfassend: Ein rundes Programm und keine einzige überflüssige Band beim diesjährigen Castle Rock Festival!
Das wird im nächsten Jahr nur schwer zu toppen sein ...
... und die neuen, schicken, netten Castle-Rock- / Burgfolfolk-Becher haben ein neues Zuhause in unserem Küchenschrank gefunden ...