Festivalbericht ...

 

Burgfolk Festival 2005 - 23. Juli 2005 - Schloß Broich - Mülheim (15.08.2005)

Am Samstag, den 23. Juli 2005 waren wir dieses Jahr zum zweiten Mal auf Schloß Broich in Mülheim und damit auf dem Burgfolk Festival 2005 zu Gast.

Der Veranstalter hatte dieses Jahr offenbar wieder einen guten Deal mit dem Wettergott ausgehandelt, denn trotz pessimistischer Prognosen blieb es an diesem Samstag fast ausschließlich trocken.
Mit ca. 1.5000 Besuchen war das Festival zwar gut besucht, wenn auch dieses Jahr nicht ganz ausverkauft.
Der Veranstalter war mit dem Ablauf des Festivals und der Bandauswahl ganz nach seinem Gusto durchaus zufrieden, wenn auch durch die Routine "etwas gelangweilt".
Neben den traditionellen Ständen (Schmuck und Kleidung), war auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Dieses Jahr waren neben den obligatorischen Pommes nämlich auch Nudel, Kaffe und Kuchen im Angebot.

Bereits gut besucht und mit ca. 15 Minuten Verspätung begann das Festival mit Cromdale.
Gut gelaunt spielten die - mir bisher unbekannten - Bielefelder Stücke von dem neuen Album, intoniert mit E- und Akkustikgitarre, E-Bass, Akkordeon, Flöte, Geige, Dudelsack und Schlagzeug.
Das in Kilts gekleidete Quintett präsentierte ein temporeiches, gutgelauntes und kurzweiliges Programm. Die Interpretation von „Herr Mannelig“ fand ich nicht so berauschend, dafür aber Aufforderungen wie „Macht uns die Ruhr“ um auf ein Seefahrerlied einzustimmen. Ein wirklich guter Opener!

44 Leningrad präsentierten – sagen wir mal – „nicht ganz klassische“ russische Folklore …
Lustig! War das erste was mir durch den Kopf ging, als ich die ersten Takte der fünfköpfigen Combo aus Potsdam vernahm - möglicherweise die ersten Töne der russischen Nationalhymne.
Astreine Polka mit Akkordeon. Trompete und z. T. klassischer russischer Instrumentierung und Gesang, Ratespielchen mit "Das Modell" und Gitarreneinlage von "When The Saint Go Marching In".
Leider hatten sie ein verkürztes Set und damit nicht die ganze Spielzeit zur Verfügung.

Der Gig der sauerländischen Combovon Elane begann erstaunlicherweise 5 Minuten früher als geplant.
Sie präsentierten sich – besonders im direkten Vergleich zu Vorband – ganz anders und durchaus erholsam: ruhig, sphärisch, atmosphärisch, melancholisch und viel Nebel.
Das läßt doch direkt das kleine, dunkle Herz höher schlagen ...
Zu ruhig?
Auf jeden Fall war es eine gute Gelegenheit den Füßen eine Ruhepause zu gönnen und ein wenig zu chillen

Faun mussten ihren Gig vorziehen, da die für diesen Programmpunkt vorgesehenen Potentia Animi bei der Anreise noch im Stau standen. Daher begann der Auftritt von Faun erst nach einer 50-minütiger Pause, nicht zuletzt wg. technischer Probleme.
Schade für die Band, doch es tat der Stimmung aber kein Abbruch. Sie verbreiteten gute Stimmung mit mittelalterlicher Musik, abwechslungsreicher Instrumentierung und fanden sogar Zeit für eine Zugabe.

Als Potentia Animi im Anschluss – bekleidet mit Greismasken – endlich die Bühne betraten, erklagen bereits die ersten Klänge des Opener „Domina“.
Durch ihr witziges Debutalbum bereits neugierig, wurde meine Vorfreude voll und ganz erfüllt. Die lustige Truppe ist absolut sehenswert und präsentierte eher ein skurriles und erfrischendes Comedy- als Musikprogramm. Dabei bewegten sie sich gekonnt in verschiedensten musikalischen Gefilden, so dass uns ein kurzweiliges, professionelles und technisch hochwertiges musikalisches Programm dargeboten wurde.
Sie kokettierten permanent mit dem selbst auferlegten Mönchsmotto und nahmen neben der Kirche nicht zuletzt sich selbst aufs Korn.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch einiges von dieser berliner Truppe hören werden - nicht zuletzt weil sie den Nerv der Zeit trifft und durchaus auch der breiten Bevölkerung gefallen dürfte - was die Zuschauer mit regen Zuspruch unterstrich.
ACDCs „Thunderstruck“ auf einem elektrisch verzerrtem mittelalterlichem Saiteinstrument als Zugabe zu hören – damit hatte ich wirklich nicht gerechnet …
Leider war das Set durch das verschobene Programm stark verkürzt.

Fiddler's Green hatte ich bei weitem nicht so gut in Form in Erinnerung, wie Sie sich auf dem Burg Folk Festival 2006 präsentierten. Sie haben kräftig beim Publikum gepunktet und sich mit ihrer temporeichen Show im klassischen Folkgewand diese Position im Line-Up völlig zu Recht erspielt.

Corvus Corax als die selbstbetitelten Könige der Spielleut konnte wie bereits auf dem 2003er Burg Folk Festival als Headliner das Publikum mit ihrem temporeichem und mittelalterlichem Programm, dem aufwendige Outfit und den ebenfalls mittelalterlich angehauchten Zwischenmoderationen das Publikum für sich begeistern. Selbstverständlich wurden die Zuschauer immer wieder einbezogen und mit Animation zum Mitmachen und -singen bewegt. Entsprechen wurde dies auch honoriert.

Unser Dank gebührt Michael Bohnes uns seinen Mannen für ein gelungenes, abwechslungsreiches und rundes Line-Up und damit sehr schönes Festivalerlebnis.

Armando