Festivalbericht ...
Zum inzwischen dritten Mal fand am 24.Juli in der sicherlich einzigartigen Kulisse des Schlosses Broich das Mühlheimer Burgfolk Festival statt. Herrliches Wetter, eine sich stetig füllende Location und eine ansteckende, super Stimmung versprachen von Anfang an einen fast perfekten Festivaltag. Entgegen dem (leider) recht angestaubten Image der Folkmusik, trat man bei diesem Festival wie immer den Gegenbeweis an und sorgte mit dem diesjährigen Line-Up dafür, dass alle Folk-, Mittelalter- und Rockfans gleichermaßen auf ihre Kosten kamen.
Die Ehre des Openers wurde dieses Jahr den Musikern der Connemara Stone Company zuteil, die sich erfolgreich bemühten Irish und Scottish Folk durch moderne Rockmusik zu "verjüngen". Mit viel Spaß an ihrer Musik erzeugten sie im Handumdrehen eine angenehme Pub-Atmosphäre und waren damit ein gut gewählter Opener.
Nicht so überzeugend war hingegen die Performance der nächsten Band Osiris Taurus. Eher verhaltend lauschten die geneigten Zuhörer den von keltischen, orientalischen und afrikanischen Musikformen beeinflussten Klängen, dei denen der Funke zum Publikum auch nach 40min nicht überspringen wollte und Osiris Taurus zwar freundlich, aber dennoch endlich von der Bühne verabschiedet wurden.
Mit Moskote kam dann jedoch eine Band auf die Bühne, die mit ihrer musikalischen Vielfalt, außergewöhnlichen Gewandungen, stimmgewaltigen Ansagen und Feuerspuckeinlagen sicherlich eine Bereicherung für dieses Festival war und das Publikum fest im Griff hatte. Ihr Schlachtruf "Auf die Helme" wird wohl vielen noch lange in Erinnerung bleiben ...
Lange erinnern wird man sich hoffentlich auch an Bardic, die es (wie nicht anders von ihnen gewohnt) nach wenigen Minuten bereits in die Herzen und Beine der Zuhörer geschafft hatten. Dabei setzt das Duo weniger auf altbekannte Gassenhauer, sondern rückt dem irischem, schottischem Liedgut mit Elementen aus Pop, Rock und Klassik zu Leibe und kreieren auf diese Weise mitreißende, moderne Interpretationen keltischer Traditionals. Mit Sicherheit ein zu kurzer Auftritt, der begeistert verabschiedet wurde.
Mit Schelmish betrat nun eine Band die Bühne, die mit umwerfender Energie, mitreißenden Klängen und einer perfekt darauf abgestimmten Bühnenshow genau die richtige Band für dieses Festival war. Ihre humorvolle Bandvorstellung, theaterreife Darbietung, kleine Striptease-Einlage und Feuerspuckkünste waren mehr als abwechslungsreich, so daß jeder auf seine Kosten kam und mitgerissen wurde. So viel Leben auf der Bühne war ansteckend und verfehlte nicht das Ziel des gemeinsamen Feierns.
Im Anschluß gaben sich die englische Band Skyclad diese Jahr die Ehre und fanden ihre begeisterten Anhänger. Die 1990 gegründete Metal-Band trat mit ihrem Auftritt den Beweis an, daß der Crossover verschiedener Musikstile eine durchaus reizvolle Angelegenheit ist und boten dem Publikum eine Vielzahl tanzbarer Metal-Hymnen im Irish-Folk Gewand. Kurzum: Folk-Metal für die, dies mögen.
Und dann war's soweit! Obwohl einem die "Wartezeit" nun wirklich versüßt wurde, war es letztendlich doch ein Heimspiel für die Headliner Schandmaul. Hatten sie im vergangenen Jahr beim Burgfolk Festival noch im Vorprogramm gnadenlos abgeräumt, entführten sie auch diesmal ihr Publikum mit ihren Texten ins Land der Sagen und Mythen und mit ihren treibenden Rhythmen des Mittelalter- Folkrock in einen wahren 90minütigen Tanz- und Hüpfrausch. Sozusagen Powerfolk vom Feinsten!
Mit ihrem Auftritt gestalteten sie einen mehr als gelungener Abschluss eines sehr harmonischen, mitreißenden und runden Musikevents, auf dessen nächsten Streich wir 2005 schon gespannt sein dürfen!
Bianca Ripkens