Festivalbericht ...
Am Samstag, den 12. Juli besuchten wir das vierte Castle Rock Festival
im kleinen, aber gemütlichen Hof des Schloss Broich in Mülheim.
Bereits Monate im voraus war dieses begehrte Festival ausverkauft,
so dass wohl nur „Frühbucher“ in den Genuss eines Tickets kamen.
Auch dieses Mal hatten sowohl die Veranstalter, also auch die Besucher
riesiges Glück: Das Wetter hielt, was es versprach – nämlich
strahlenden Sonnenschein während des ganzen Festivals.
Neben der obligatorischen Bühne befanden sich im Schlosshof diverse
Stände mit Schmuck, Bekleidung, Musik und diversen Leckereien. Allerdings
waren dort leider keine Kohlehydrate in Form von Nudelgerichten erhältlich,
sondern lediglich weitestgehend frittierte Gerichte wie z.B. Pommes – was
ich nicht zuletzt angesichts hochsommerlichen Temperaturen äußerst
schade fand.
Recht pünktlich gegen 13:00 Uhr eröffnete die Formation um
den Ex-Bassisten der Dreadful Shadows (Jens Riediger) „Thanateros“ das
Festival. Wow! Was für eine kraftvolle Eröffnung! Die Band ließ
ich vom noch nicht vollständig gefüllten Besucherraum nicht beeindrucken
und lieferte ein sehr kurzweiliges und unterhaltsames Konzert ab.
Nach einer ca. 15minütigen Umbaupause standen auch schon „Saltatio
Mortis“ auf der Bühne. Musikalisch passten sie bestens zur Vorband,
kamen beim Publikum auch recht gut an, konnten mich allerdings nicht ganz
so überzeugen wie der Opener.
Die dritte Band – „Diorama“ – hätte man sich meiner Meinung nach
schenken können. Mal davon abgesehen, dass sie nicht wirklich „rockten“,
erinnerten sie mich zu stark an Diary Of Dreams. Aus der Konserve mögen
sie besser ankommen; live konnten sie mich leider nicht überzeugen.
„Qntal“ wiederum passten bestens zum restlichen Programm und dem Ambiente.
Mittelalterlich angehauchte Klänge, angereichert mit Gitarren und
elektronischen Elementen, sorgten für eine eher beschaulichere Stimmung.
Diejenigen, die „Qntal“ bisher nur aus der Disko kannten, konnten sich
nun von den Livequalitäten überzeugen.
Allen Auflösungsgerüchten der vergangenen Jahren zum Trotz
standen auch „Secret Discovery“ im Anschluss auf der Bühne. Es folgte
erwartungsgemäß ein gitarriges Konzert, bei dem die Band natürlich
auch Klassiker wie Follow Me zum besten gab. Insgesamt konnten sie das
Publikum für sich begeistern, mich allerdings nicht. Es fehlte meiner
Meinung nach einfach ein wenig mehr Druck, so dass der Funke bei mir nicht
ganz übersprang.
Auf „Crüxshadows“ hatte ich mich besonders gefreut. Allerdings
fand ich das Konzert etwas fade. Das mag möglicherweise an der Tatsache
liegen, dass ich die Band in den vergangenen Jahren recht häufig gesehen
habe. Mit Tänzerinnen als Verstärkung und dem charismatischen
Sänger Rouge, der sich das Bad in der Menge nicht nehmen lassen konnte,
wusste diese sympathische US-Band zu überzeugen.
Headliner des Abend waren Subway To Sally. Wie nicht anders erwartet
räumten sie ab und brachten die Zuschauermenge zum toben. Völlig
zu Recht haben sie sich den Ruf als eine der besten Livebands erspielt
und so fand ein weiteres schönes Festival mit ausgesprochener friedlicher
Atmosphäre ein würdiges Ende.
Wir dürfen gespannt sein, welches Line-Up der Veranstalter anlässlich
der fünften Auflage dieses Festivals im nächsten Jahr auf die
Beine stellen wird. In Anbetracht der Tatsache, dass sich in den vergangenen
Jahren immer hochkarätigere Bands die Ehre auf dem Schloss Broich
gaben, sind wir schon sehr auf die fünfte Auflage gespannt. Es empfiehlt
sich auf jeden Fall sich frühzeitig eine Eintrittskarte zu sicher,
denn die Nachfrage dürfte auch 2004 die Kapazitäten des
Schlosshofes weit übersteigen.
Man darf durchaus behaupten, dass sich das Castle Rock Festival völlig
zu Recht (nicht nur) in der hiesigen Szene einen Platz in den Herzen der
Besucher gesichert hat und nun als etabliert betrachtete werden darf.